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(für die Niederlassung mit eigener Praxis für Psychologische Beratung
nach PsychThG Art.1 § 1 Abs. 3 außerhalb der Heilkunde)
Was?
Psychologische Beratung stellt eine Art Hilfe zur Selbsthilfe dar.
Sie sieht ihren Arbeitsschwerpunkt und ihr Ziel in der Aufarbeitung und
Überwindung sozialer Konflikte, die angesichts akuter Schwierigkeiten
und Problemen vom Klienten subjektiv als belastend und schwer lösbar
empfunden werden. Psychologische Beratung sollte dann stattfinden, wenn
der Problembereich eng umschrieben ist, wie zum Beispiel bei beruflicher
Veränderung, Ortswechsel oder Problemen in der Partnerschaft oder
Familie.
Die Psychologische Beratung trägt dazu bei, Klarheit über
Probleme und über Bewältigungsmöglichkeiten zu schaffen. Gleichzeitig
fördert sie die Kompetenz des Klienten, eine eigenständige Problemlösung
zu finden. Beratung verwirklicht sich in vier Verben: wahrnehmen,
ordnen, teilnehmen, für möglich halten.
Wozu?
Mit der angebotenen Ausbildung „Psychologische/r Berater/in“ wird die
Qualifikation zur psychologischen Beratung erworben und damit die
Möglichkeit, sich nach PsychThG Art. 1, § 1 Abs. 3 außerhalb der
Heilkunde selbständig niederzulassen und somit eine selbständige
Tätigkeit auszuüben. Die Niederlassung ist an keine Hochschul- oder
amtliche Prüfung oder behördliche Zulassung geknüpft. Dem für den
Niederlassungsort zuständigen Finanzamt ist jedoch Anzeige zu erstatten.
Die
Ausbildung ist außerdem interessant für Menschen, die eine natürliche
Gabe zum Beraten haben, denen aber fundierte Kenntnisse in grundlegenden
Bereichen der Psychologie fehlen, und für Menschen, die durch die
Auseinandersetzung mit Themen der Psychologie mehr über sich erfahren
wollen.
Die Ausbildung kann aber auch für eine betriebliche
Beratungstätigkeit das nötige psychologische Hintergrundwissen
vermitteln. Als Psychologischer Berater können Sie sich niederlassen mit
Schwerpunkten
in Ehe-, Familien- oder Erziehungsberatung, Personal-, Betriebs- oder
Werbeberatung, Eignungsuntersuchungen, Schulwahl,Gruppentraining und
vieles andere mehr. Hier wird eine Studienvertiefung in den
Schwerpunkten durch Fachliteratur und Praktika empfohlen.
Wie?
In der Ausbildung wird durch Vortrag, Gruppenarbeit und praktische
Übung eine Wissensbasis zur psychologischen Beratung geschaffen. Nachdem
zu Beginn der Schwerpunkt auf der Vermittlung psychologischen
Basiswissens liegt, wird der Unterricht zunehmend praxisorientierter.
Die
Teilnehmer/innen üben Elemente aus Beratungssitzungen. Die Erfahrungen
werden reflektiert, supervidiert und auf ihre lösungsorientierte
Relevanz hin geprüft.
Gemeinsam werden beispielsweise die persönliche
Standortbestimmung des Klienten perspektivisch analysiert oder auch
Interventionsmaßnahmen geübt.
Die Ausbildung endet mit der
Durchführung einer vom Teilnehmenden selbst entwickelten
Beratungssitzung und einer Abschlussprüfung, die von
Diplom-Psycholog(inn)en und graduierten Therapeut(inn)en abgenommen
wird. Im Falle des Nicht-Bestehens der Abschlussprüfung kann
diesekostenfrei wiederholt werden.
Der erfolgreiche Abschluss wird
mit einem anerkannten Prüf-Zertifikat des IEK bescheinigt. Der Abschluss
endet mit der Graduierung zur/m geprüften Psychologischen Berater/in.
Auf
dem Zertifikat werden ebenfalls die im Rahmen der Ausbildung erworbenen
Zusatzqualifikationen Autogenes Training und Progressive
Muskelrelaxation bescheinigt. Diese entsprechen inhaltlich den
qualitativen Anforderungen der Krankenkassen bzw. der kassenärztlichen
Vereinigung. Somit werden die absolvierten Unterrichtseinheiten unter
Maßgabe einer Einzelfallprüfung bei bestehender Grundqualifikation von
den Krankenkassen hinsichtlich des § 20 SGB V (Primärprävention) bzw.
von der kassenärztlichen Vereinigung hinsichtlich des Einheitlichen
Bewertungsmaßstabs im Bereich übender und suggestiver Techniken als
spezifische Qualifikation grundsätzlich anerkannt.
Aus dem Inhalt
Grundlagen der Psychologie
Über die Geschichte der
Psychologie, ihre Entstehung, Ziele und Forschungsansätze,über
verschiedene Teilgebiete der Psychologie und deren Verknüpfung und
Anwendungsmöglichkeiten.
Persönlichkeitsmodelle
Es geht um charakteristische,
überdauernde Muster des Denkens, Fühlens und Verhaltens von Menschen und
deren Unterschiedlichkeit von Person zu Person (z. B. Extra- und
Introversion, Offenheit für Neues, Gewissenhaftigkeit). Verschiedene
Persönlichkeitsmodelle werden betrachtet und miteinander verglichen.
Entwicklungspsychologie
Wie geht die psychische Entwicklung
des Menschen vonstatten, und was sind wichtige Stationen im Leben des
Menschen? Der Schwerpunkt liegt dabei auf den verschiedenen Stationen im
Erwachsenenalter (frühes, mittleres und höheres Erwachsenenalter).
Zusätzlich werden Themen der angewandten Entwicklungspsychologie
behandelt, wie z. B. Schulversagen, Arbeitslosigkeit, Scheidung und
Pensionierung. Grundsätzlich beschäftigt sich die
Entwicklungspsychologie mit den Veränderungen des Denkens, Fühlens und
Verhaltens von Personen innerhalb der Lebensspanne (z. B. kognitive
Entwicklung, Reifung, Persönlichkeitsentwicklung).
Soziale Interaktion und Gruppenprozesse
Auf welche Weise
werden die Wahrnehmungen, Gedanken, Gefühle und Handlungen von Menschen
durch andere beeinflusst? Soziale Prozesse lassen sich innerhalb von
Individuen, zwischen Individuen und innerhalb und zwischen Gruppen
lokalisieren.
Außerdem wird erklärt, wie soziale Probleme entstehen
können, u. a. unterlassene Hilfeleistung, blinder Gehorsam, erlernte
Hilflosigkeit oder Ursachenzuschreibungen (Attributionen).
Einstellungen und Einstellungsänderungen
Einstellungen sind
erlernte Urteile über die Handlungen, die bestimmten Personen oder
Fragestellungen gegenüber angemessen sind. Wie werden Einstellungen
entwickelt, wie können sie verändert werden, und wie groß ist die
Wirkung auf das tatsächliche Verhalten?
Grundlagen, Ziele und Grenzen der Beratung
Einführung in
das Thema Beratung. Es geht um dabei um die Rolle des Beratenden und die
Funktion von Beratung, die unterschiedlichen Welten (Wahrnehmungen,
Erklärungen) des Beratenden und des Ratsuchenden, um Gesprächsmethoden
und Problemaspekte der Beratungssituation. Außerdem werden Sinn und
Zweck und auch die Grenzen von Beratung verdeutlicht.
Beratungsansätze
Es werden die folgenden verschiedenen
Beratungsansätze vorgestellt und verglichen:
Psychoanalytische
Ansätze
Gestalttheoretische Ansätze
Personenzentrierte
Beratungsansätze
Systemische Beratungsansätze
Gesprächstherapeutische
Ansätze
Kommunikationsmodelle
Anwendungsbereiche von Beratung
In welchen Settings findet
Beratung statt? Es werden verschiedene Bereiche der Psychologie
vorgestellt, in denen Beratung stattfindet, u. a. Arbeits-, Betriebs-
und Organisationspsychologie, Schulpsychologie, Umweltpsychologie.
Kommunikationsprozesse in der Beratung
Was sind die
Grundannahmen der Kommunikationstheorie? Welche Art von
Kommunikationsstörungen gibt es? Wie kann das Beraterverhalten Einfluss
darauf nehmen, und welche Alternativen gibt es? Ein spezielles Thema
dabei ist die Metakommunikation.
Krisenintervention
In diesem Teil steht die besondere
Krisenintervention im Vordergrund. Es werden Theorien und Methoden der
folgenden Spezialbereiche behandelt:
Konfliktmanagement
Motivationstraining
(Zeit- und Selbstmanagement)
Stressmanagement und
Entspannungsverfahren
Psychopathologie
Die Psychologische Beratung ist nur
außerhalb der Heilkunde erlaubt. Oft ist jedoch der Übergang zur
heilkundlichen Tätigkeit der Psychotherapie fließend. Aus diesem Grund
ist es wichtig, Kenntnisse neurotischer, psychoneurotischer,
psychosomatischer und psychiatrischer Störungen mit Krankheitswert zu
erwerben, damit die Krankheitsbilder und die formale Abgrenzung zur
Psychotherapie bewusst sind.
Anwendung von Entspannungsverfahren
Autogenes Training,
Progressive Muskelrelaxation, Alternative Verfahren, Hypnose, Meditation
etc.
Durchführung und Gestaltung von Beratungseinheiten
In
diesem sehr praxisorientierten Teil geht es um die konkrete Fallübung
und die Anwendung des bisher erworbenen Wissens. In Gruppen und
Rollenspielen werden Beratungssituationen simuliert und trainiert.
Einübung und Supervision
Es werden eigenständig
Beratungssitzungen konzipiert und in der Gruppe durchgeführt.
Anschließend werden die Erfahrungen analysiert und supervidiert.
Berufspraxis und Berufsrecht
Was ist zu beachten bei einer
selbständigen Niederlassung als Psychologische Beraterin oder
Psychologischer Berater? Was sind die rechtlichen Rahmenbedingungen des
Berufes?