Psychologischer Berater - Details

 

Seminar: Psychologischer Berater
Nummer: 052-2
Dauer: 3 Wochen
Termine:

Nr. 052-2 10.09.-28.09.2012; Mo-Fr 8-18 Uhr

Gebühr: EUR 2500,-, ermäßigt EUR 2000,-
(Ust.-befreit; als Kosten für die berufl. Weiterbildung steuerlich absetzbar)
Ort: IEK-Berlin, Ausbildungszentrum Köpenicker Straße 175, 10997 Berlin
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Psychologischer Berater

(für die Niederlassung mit eigener Praxis für Psychologische Beratung nach PsychThG Art.1 § 1 Abs. 3 außerhalb der Heilkunde)

Was?

Psychologische Beratung stellt eine Art Hilfe zur Selbsthilfe dar. Sie sieht ihren Arbeitsschwerpunkt und ihr Ziel in der Aufarbeitung und Überwindung sozialer Konflikte, die angesichts akuter Schwierigkeiten und Problemen vom Klienten subjektiv als belastend und schwer lösbar empfunden werden. Psychologische Beratung sollte dann stattfinden, wenn der Problembereich eng umschrieben ist, wie zum Beispiel bei beruflicher Veränderung, Ortswechsel oder Problemen in der Partnerschaft oder Familie.
Die Psychologische Beratung trägt dazu bei, Klarheit über Probleme und über Bewältigungsmöglichkeiten zu schaffen. Gleichzeitig fördert sie die Kompetenz des Klienten, eine eigenständige Problemlösung zu finden. Beratung verwirklicht sich in vier Verben: wahrnehmen, ordnen, teilnehmen, für möglich halten.

Wozu?

Mit der angebotenen Ausbildung „Psychologische/r Berater/in“ wird die Qualifikation zur psychologischen Beratung erworben und damit die Möglichkeit, sich nach PsychThG Art. 1, § 1 Abs. 3 außerhalb der Heilkunde selbständig niederzulassen und somit eine selbständige Tätigkeit auszuüben. Die Niederlassung ist an keine Hochschul- oder amtliche Prüfung oder behördliche Zulassung geknüpft. Dem für den Niederlassungsort zuständigen Finanzamt ist jedoch Anzeige zu erstatten.
Die Ausbildung ist außerdem interessant für Menschen, die eine natürliche Gabe zum Beraten haben, denen aber fundierte Kenntnisse in grundlegenden Bereichen der Psychologie fehlen, und für Menschen, die durch die Auseinandersetzung mit Themen der Psychologie mehr über sich erfahren wollen.
Die Ausbildung kann aber auch für eine betriebliche Beratungstätigkeit das nötige psychologische Hintergrundwissen vermitteln. Als Psychologischer Berater können Sie sich niederlassen mit
Schwerpunkten in Ehe-, Familien- oder Erziehungsberatung, Personal-, Betriebs- oder Werbeberatung, Eignungsuntersuchungen, Schulwahl,Gruppentraining und vieles andere mehr. Hier wird eine Studienvertiefung in den Schwerpunkten durch Fachliteratur und Praktika empfohlen.

Wie?

In der Ausbildung wird durch Vortrag, Gruppenarbeit und praktische Übung eine Wissensbasis zur psychologischen Beratung geschaffen. Nachdem zu Beginn der Schwerpunkt auf der Vermittlung psychologischen Basiswissens liegt, wird der Unterricht zunehmend praxisorientierter.
Die Teilnehmer/innen üben Elemente aus Beratungssitzungen. Die Erfahrungen werden reflektiert, supervidiert und auf ihre lösungsorientierte Relevanz hin geprüft.
Gemeinsam werden beispielsweise die persönliche Standortbestimmung des Klienten perspektivisch analysiert oder auch Interventionsmaßnahmen geübt.
Die Ausbildung endet mit der Durchführung einer vom Teilnehmenden selbst entwickelten Beratungssitzung und einer Abschlussprüfung, die von Diplom-Psycholog(inn)en und graduierten Therapeut(inn)en abgenommen wird. Im Falle des Nicht-Bestehens der Abschlussprüfung kann diesekostenfrei wiederholt werden.
Der erfolgreiche Abschluss wird mit einem anerkannten Prüf-Zertifikat des IEK bescheinigt. Der Abschluss endet mit der Graduierung zur/m geprüften Psychologischen Berater/in.
Auf dem Zertifikat werden ebenfalls die im Rahmen der Ausbildung erworbenen Zusatzqualifikationen Autogenes Training und Progressive Muskelrelaxation bescheinigt. Diese entsprechen inhaltlich den qualitativen Anforderungen der Krankenkassen bzw. der kassenärztlichen Vereinigung. Somit werden die absolvierten Unterrichtseinheiten unter Maßgabe einer Einzelfallprüfung bei bestehender Grundqualifikation von den Krankenkassen hinsichtlich des § 20 SGB V (Primärprävention) bzw. von der kassenärztlichen Vereinigung hinsichtlich des Einheitlichen Bewertungsmaßstabs im Bereich übender und suggestiver Techniken als spezifische Qualifikation grundsätzlich anerkannt.

Aus dem Inhalt

Grundlagen der Psychologie
Über die Geschichte der Psychologie, ihre Entstehung, Ziele und Forschungsansätze,über verschiedene Teilgebiete der Psychologie und deren Verknüpfung und Anwendungsmöglichkeiten.

Persönlichkeitsmodelle
Es geht um charakteristische, überdauernde Muster des Denkens, Fühlens und Verhaltens von Menschen und deren Unterschiedlichkeit von Person zu Person (z. B. Extra- und Introversion, Offenheit für Neues, Gewissenhaftigkeit). Verschiedene Persönlichkeitsmodelle werden betrachtet und miteinander verglichen.

Entwicklungspsychologie
Wie geht die psychische Entwicklung des Menschen vonstatten, und was sind wichtige Stationen im Leben des Menschen? Der Schwerpunkt liegt dabei auf den verschiedenen Stationen im Erwachsenenalter (frühes, mittleres und höheres Erwachsenenalter). Zusätzlich werden Themen der angewandten Entwicklungspsychologie behandelt, wie z. B. Schulversagen, Arbeitslosigkeit, Scheidung und Pensionierung. Grundsätzlich beschäftigt sich die Entwicklungspsychologie mit den Veränderungen des Denkens, Fühlens und Verhaltens von Personen innerhalb der Lebensspanne (z. B. kognitive Entwicklung, Reifung, Persönlichkeitsentwicklung).

Soziale Interaktion und Gruppenprozesse
Auf welche Weise werden die Wahrnehmungen, Gedanken, Gefühle und Handlungen von Menschen durch andere beeinflusst? Soziale Prozesse lassen sich innerhalb von Individuen, zwischen Individuen und innerhalb und zwischen Gruppen lokalisieren.
Außerdem wird erklärt, wie soziale Probleme entstehen können, u. a. unterlassene Hilfeleistung, blinder Gehorsam, erlernte Hilflosigkeit oder Ursachenzuschreibungen (Attributionen).

Einstellungen und Einstellungsänderungen
Einstellungen sind erlernte Urteile über die Handlungen, die bestimmten Personen oder Fragestellungen gegenüber angemessen sind. Wie werden Einstellungen entwickelt, wie können sie verändert werden, und wie groß ist die Wirkung auf das tatsächliche Verhalten?

Grundlagen, Ziele und Grenzen der Beratung
Einführung in das Thema Beratung. Es geht um dabei um die Rolle des Beratenden und die Funktion von Beratung, die unterschiedlichen Welten (Wahrnehmungen, Erklärungen) des Beratenden und des Ratsuchenden, um Gesprächsmethoden und Problemaspekte der Beratungssituation. Außerdem werden Sinn und Zweck und auch die Grenzen von Beratung verdeutlicht.

Beratungsansätze
Es werden die folgenden verschiedenen Beratungsansätze vorgestellt und verglichen:
Psychoanalytische Ansätze
Gestalttheoretische Ansätze
Personenzentrierte Beratungsansätze
Systemische Beratungsansätze
Gesprächstherapeutische Ansätze
Kommunikationsmodelle

Anwendungsbereiche von Beratung
In welchen Settings findet Beratung statt? Es werden verschiedene Bereiche der Psychologie vorgestellt, in denen Beratung stattfindet, u. a. Arbeits-, Betriebs- und Organisationspsychologie, Schulpsychologie, Umweltpsychologie.

Kommunikationsprozesse in der Beratung
Was sind die Grundannahmen der Kommunikationstheorie? Welche Art von Kommunikationsstörungen gibt es? Wie kann das Beraterverhalten Einfluss darauf nehmen, und welche Alternativen gibt es? Ein spezielles Thema dabei ist die Metakommunikation.

Krisenintervention
In diesem Teil steht die besondere Krisenintervention im Vordergrund. Es werden Theorien und Methoden der folgenden Spezialbereiche behandelt:
Konfliktmanagement
Motivationstraining (Zeit- und Selbstmanagement)
Stressmanagement und Entspannungsverfahren

Psychopathologie
Die Psychologische Beratung ist nur außerhalb der Heilkunde erlaubt. Oft ist jedoch der Übergang zur heilkundlichen Tätigkeit der Psychotherapie fließend. Aus diesem Grund ist es wichtig, Kenntnisse neurotischer, psychoneurotischer, psychosomatischer und psychiatrischer Störungen mit Krankheitswert zu erwerben, damit die Krankheitsbilder und die formale Abgrenzung zur Psychotherapie bewusst sind.

Anwendung von Entspannungsverfahren
Autogenes Training, Progressive Muskelrelaxation, Alternative Verfahren, Hypnose, Meditation etc.

Durchführung und Gestaltung von Beratungseinheiten
In diesem sehr praxisorientierten Teil geht es um die konkrete Fallübung und die Anwendung des bisher erworbenen Wissens. In Gruppen und Rollenspielen werden Beratungssituationen simuliert und trainiert.

Einübung und Supervision
Es werden eigenständig Beratungssitzungen konzipiert und in der Gruppe durchgeführt. Anschließend werden die Erfahrungen analysiert und supervidiert.

Berufspraxis und Berufsrecht
Was ist zu beachten bei einer selbständigen Niederlassung als Psychologische Beraterin oder Psychologischer Berater? Was sind die rechtlichen Rahmenbedingungen des Berufes?


Hier finden Sie einige Impressionen aus der Ausbildung: Galerie