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Schreibtherapeut(in)
mit kassenanforderungsorientierter Zusatzqualifikation
1 jährige Ausbildung
Hintergrund
Schreiben ist eine der ältesten Therapieformen der Menschheit: Schon
immer haben die Menschen versucht, seelische und körperliche Krisen
durch Schreiben zu meistern. Beim Schreiben tritt man in einen intensiven
Dialog mit sich selbst und seinem Unbewussten. Man erfährt mehr
über sich und die Hintergründe der eigenen Lebensgeschichte, man kann
sich seine Sorgen, Nöte und Ängste von der Seele schreiben. Papier kritisiert
nicht – Schreiben eröffnet die Möglichkeit, ohne Angst seine innersten
Gefühle auszudrücken. Man kann sein Leben analysieren und ihm
eine neue Richtung geben, Kränkungen und Verletzungen aufspüren und
sie schreibend verarbeiten.
Ziel
Der Kurs befähigt die Teilnehmer(innen) dazu, die Methoden der
Schreibtherapie und Schreibpädagogik anzuwenden und zeigt ihre Möglichkeiten
und Grenzen. Zusätzlich werden die theoretischen Hintergründe
der Schreibtherapie vermittelt. Die Teilnehmer(innen) entwickeln die
literarische, kommunikative, methodische und didaktische Kompetenz,
um Gruppen und Einzelpersonen in ihrem Schreibprozess zu begleiten
und zu fördern, Schreibgruppen und –workshops zu leiten.
Die Ausbildung beinhaltet die folgenden vier Elemente:
Basismodul
Aus dem Inhalt:
- Geschichte der Schreibtherapie
- Schreibtherapie und Tiefenpsychologie
- Der heilende Umgang mit Worten
- Kränkungsbiografie
- Verarbeitung von Kränkungen mit Hilfe unbewusster Sprachbilder
- Verborgene Gefühlsmuster
- Wahrnehmen und Ausdrücken in Sprachskizzen
- Freudianisches erforschen und gestalten
- Das poetische Selbst
- Kreatives Schreiben: Begriff, Entwicklung und Geschichte
- Psychologische Aspekte des kreativen Schreibens: kognitive und emotionale Zugänge
- Kognitive und emotionale Schreibblockaden
- Emotionales Schreiben vs. kognitives Schreiben, formfreies Schreiben
- Das Archaische in der Schreibtherapie, Reflexion, Archetypik
- Schreibtherapie: Schnittstelle zwischen Ich und Über-Ich ?
- Anwendung von Equipment und Multimediaeinsatz
- Selbsterfahrung und einzeltherapeutische Gestaltung
- Supervision und Coaching
Therapeutische Fachvertiefung
Vertiefung I
Symbol und Sprache
Aus dem Inhalt:
- Autogenes Training (Seminarleiterschein)
- Der Zugang zu Symbolen mittels des Autogenen Trainings
- Symbolarbeit in der Schreibtherapie
- Imagination von Symbolen
- Aufsuchen von Gefühlszuständen und ihrem Ausdruck in der schreibtherapeutischen Symbolsprache
- Veränderung: Wahrnehmung/Wahrnehmungsverarbeitung
- Aufdecken unbewusster Strukturen und Mechanismen mittels der Symbolsprache
- Abstraktion von Vorstellungsinhalten
- Gedächtnis und Zeitempfinden
- Physiologische Effekte
- Erstellung eines Seminarplanes
- Selbsterfahrung
- Durchführung und Gestaltung von Trainingseinheiten
Vertiefung II
Märchen und Mythen
- Die Bedeutung von Geschichten für die Seele und die therapeutische Wirksamkeit von Märchen
- Archetypische Grundmuster in Märchen und Mythen
- Archetypen und ihre Wirkung auf das individuelle Weltempfinden
- Der seelische Reifungsprozess der Märchen- und Mythenfiguren und ihre Bedeutung für die psychologischen Entwicklungsstufen des Rezipienten
- Mythen und Märchen und Psychoanalyse / Die Bewältigung des Vater- und Mutterkomplexes / Die Beziehung zwischen dem inneren Kind, der inneren Mutter, dem inneren Vater
- Die Bedeutung von Raum und Zeit im Märchen / Der Zeitpunkt des Handelns, Erkennens und Auflösens / Kairos, die richtige Ordnung in der Zeit / Entwicklung des Fehlenden, Wiedereingliederung des Ausgestoßenen
- Das Sinnhafte des Zufalls im Märchen
- Archetypische Grundordnungen und das Prinzip des Ausgleichs
- Evolutionäre Entwicklungen und das Gleichgewicht des Weltganzen in Märchen und Mythen (Prometheus / Demeter – Persephone / Medea)
- Die Bedeutung der Zahl im Märchen und ihre Aufschlüsselung im psychologischen Kontext
- Die Arbeit mit Märchen im therapeutischen Prozess
- Die wertfreie Betrachtung und das Erfassen von archetypischen Grundenergien und ihre Bedeutung und Analyse für den therapeutischen Prozess
Vertiefung III
Biografisches Schreiben
Aus dem Inhalt:
- Biographos – meine Lebenserzählung
- Schritte zur Lebenserzählung
- Das Werkzeug „Schöpfkelle”
- Zeit, Gefühl, Erinnerung
- Geheimnisse
- Giftcocktails
- Das hässliche Entlein
- Ich und die Anderen - alle in mir
- Das Wunschdrehbuch
- Schreiben heißt sich klären
- Was ich Dir schon immer einmal sagen wollte
- Schreiben als Ritual
Aus dem Methodenteil
In der Schreibtherapie sind natürlich Sprache und Vorstellung die wichtigsten
Arbeitsmaterialien. Die Schreibtherapie zielt vor allem auf die heilende
Wirkung ab, während es bei der Schreibpädagogik vor allem darum
geht, mehr über sich und seine Beziehung zur Welt zu erfahren.
Die Selbsterfahrung der Teilnehmer(innen) legt neue persönliche Potentiale
frei, um im breiten Feld der Schreibtherapie die eigene Methodik zu
finden. Die gelernten Methoden werden von den Teilnehmer(inne)n umgesetzt
und gemeinsame Therapieansätze generiert. Die Ausbildung endet
mit der Durchführung einer selbst entwickelten Seminar- und Therapieeinheit.
Therapieeinzelsitzungen werden im Rollenspiel mit erfahrenen
Therapeut(inn)en und Diplom-Psycholog(inn)en geübt und supervidiert.